Manchmal sind es die traurigen Anlässe, die einen daran erinnern, dass man in der Hektik des Alltagslebens etwas wichtiges vergisst: ein freundliches Lächeln, eine aufmunternde Geste, ein nettes Wort, vielleicht ein Dankeschön.
Herr Wolfgang Gärtner hatte dies immer übrig, wenn er durch sein Unternehmen schlenderte, das er vor 32 Jahren gegründet hatte. Für die Mitarbeiter von KWG war er nicht nur der Senior, der die Geschicke des Unternehmens längst in die Hände seiner Tochter Katrin Gärtner-Tison übergegeben hatte, sondern er war Vorbild, Helfer in der Not und kritischer Gesprächspartner, der auch den Konflikt in der Sache nicht scheute.
Herr Gärtner war ein Pionier in Sachen Kork und vom ersten Tag an, an er mit diesem hochwertigen Naturprodukt in Berührung kam, galt sein ganzes Herzblut der Weiterentwicklung und Veredelung dieser Naturgabe. Er machte es seinen Geschäftspartnern und Mitarbeitern manchmal nicht einfach, da er als Handwerker und Qualitätsmensch nur sehr schwer zufrieden zustellen war. Für ihn gab es immer noch etwas zu verbessern und nichts war so gut, dass man es nicht noch verbessern könnte, war einer seiner Devisen.
Als er sich 1972 dazu entschloss Kork zu vermarkten, konnte er noch nicht ahnen, welche Bedeutung sein Wirken für dieses Produkt haben wird. Aus dem Ein-Mann-Betrieb ist ein Unternehmen entstanden, dass heute eine feste Größe beim Vertrieb von Korkbodenbelägen darstellt.
Seine inspirierenden Ideen und sein wacher Verstand haben maßgeblich zu der heutigen Vielfalt von Korkbodenbelägen beigetragen. Wie es heißt, habe er bereits 1990 erkannt, dass Kork zwar über herausragende Produkteigenschaften verfügt, jedoch seine Verlegung leichter von der Hand gehen müsste. Dies sei der Ansatzpunkt für das erste Korkfertigparkett auf einem fünffach verleimten Sperrholzträger gewesen.
Sein Lebenswerk war es, die überragenden Produkteigenschaften von Kork in einen hochwertigen und optisch einzigartigen Bodenbelag einfließen zu lassen. Deshalb hat es ihn in jüngster Zeit sehr betroffen gemacht, das nicht mehr die Produktvorteile und die Qualität, sondern häufig der Preis im Vordergrund steht.
Herr Gärtner verstarb am 3. Dezember 2004 im Alter von 70 Jahren.